Auf dem 22. Landesparteitag der AfD Rheinland-Pfalz in Bingen ist Sebastian Münzenmaier zum neuen Landesvorsitzenden gewählt worden. Die Delegierten wählten den Bundestagsabgeordneten mit knapp 90 Prozent der Stimmen an die Spitze des Landesverbands. Einen Gegenkandidaten gab es nicht.
Die Stimmung im Saal war nach der Wahl deutlich positiv. Münzenmaier nahm das Ergebnis sichtbar erfreut entgegen und bedankte sich bei den Anwesenden. In seiner Rede und auch im anschließenden Interview machte er deutlich, welche Schwerpunkte er für die kommende Arbeit des Landesverbands setzen will.
Seine kurze Zusammenfassung der Ausgangslage lautete: Die AfD Rheinland-Pfalz sei bereits gut aufgestellt, müsse nun aber „noch besser werden“. Für Münzenmaier geht es dabei vor allem darum, die Partei in der Fläche stärker zu verankern. Gerade mit Blick auf kommende Wahlen sieht er darin eine zentrale Aufgabe.
Besonders hob er die Kommunalwahl hervor. Die AfD wolle nach seinen Worten möglichst flächendeckend antreten und in den kommunalen Gremien stärker vertreten sein. Dafür brauche es viele geeignete Kandidaten, die vorbereitet und ausgebildet werden müssten. Münzenmaier sprach in diesem Zusammenhang davon, dass die Partei „tausende von fitten Kandidaten“ benötigen werde.
Auch organisatorisch kündigte er weitere Schritte an. Die Landesgeschäftsstelle solle professioneller aufgestellt werden, zudem wolle der neue Landesvorstand die politische Sichtbarkeit im Land erhöhen. Münzenmaier sprach von Kampagnen, die stärker vor Ort präsent sein sollen. Ein besonderer Fokus liege dabei auf dem ländlichen Raum.
Im Interview nach der Wahl ging Münzenmaier auch auf die politische Lage in Rheinland-Pfalz ein. Er kritisierte Änderungen an parlamentarischen Regeln und verwies auf Rückmeldungen aus der eigenen Anhängerschaft im Zusammenhang mit einer Petition. Diese Punkte stellte er in den Kontext der künftigen Oppositions- und Parteiarbeit.
Mit der Wahl Münzenmaiers geht ein Wechsel an der Spitze des Landesverbands einher. Jan Bollinger, der die AfD Rheinland-Pfalz seit 2022 geführt hatte, gibt den Vorsitz ab. Im Rahmen der Neuaufstellung wurde zudem das Amt eines Generalsekretärs geschaffen, das künftig Damian Lohr übernehmen soll.
Am Ende des Parteitags stand damit vor allem der Eindruck einer Partei, die ihre Strukturen für die kommenden Jahre neu ordnen will. Münzenmaier stellte in Bingen die Themen Fläche, Kommunalpolitik, Kandidatenaufbau, professionelle Organisation und stärkere Präsenz vor Ort in den Mittelpunkt seiner künftigen Arbeit als Landesvorsitzender.

